Weinfreunde Gstaad-Saanenland

 

Reise nach Romanel
Besuch von Christophe Chastellain, Auberge de la Charrue

Wenn für die Weinfreunde Anlässe bei Franz Rosskogler und seiner Equipe im Hotel Le Grand Chalet in Gstaad stattgefunden haben, wurden wir von Christophe Chastellain verwöhnt. Seit einigen Jahren betreibt er nun den Gasthof "La Charrue" in Romanel-sur-Lausanne. Diese Tatsache haben wir zum Anlass genommen, unseren diesjährigen Ausflug, neben dem Besuch eines Winzers mit einem Besuch bei Christophe Chastellain kulinarisch abzurunden. Vorallem gespannt waren wir auf seine Kochkünste.

Der Patron persönlich...
Bereits um 0730 Uhr trafen wir uns bei relativ schlechtem Wetter beim Bahnhof Saanen. Die insgesamt 12 Teilnehmer konnten sich auf einen ereignisreichen Tag freuen. Das Wetter hatte doch noch Erbarmen mit uns; Im Laufe des Morgens kam die Sonne zum Vorschein und bei der Besichtigung des Rebberges hatten wir bereits wieder richtigen Sommer. Wir hatten einen Car mit Chauffeur der Firma Reichenbach gemietet. Der Patron persönlich liess es sich nicht nehmen, uns sehr sicher nach Féchy und Romanel im äusserst komfortablen Mini-Car zu fahren. Wie immer, wenn die Weinfreunde ins Welschland fahren, wurde in Châtel St. Denis ein kleiner Kaffeehalt eingelegt und natürlich profitierten alle davon, um in der lokalen Käserei den berühmten Käse "Vacherin Fribourgeois" einzukaufen.

Raymond Paccot
Frisch gestärkt trafen wir so gegen 1030 Uhr in Féchy ein, wo für uns eine Degustation, Rebberg- und Weinkellerbesichtigung beim nach wie vor sehr berühmten Weinbauern Raymond Paccot organisiert war. Eigentlich waren die Weinfreunde bisher kaum im Aussendienst, sprich Rebberg, tätig. Dieses Mal durften wir unter kundiger Führung die Reben besichtigen.
Wussten sie, dass eine Rebe immer geschnitten werden sollte, denn sonst würde ein Traubenstock pro Jahr 3 - 4 Mal Trauben erzeugen und damit würde der Wein natürlich so etwa wie Wasser schmecken. Vielfach wurde früher einfach zu Wein verarbeitet, was am Traubenstock an Reben vorhanden war, so frei nach dem Motto "je mehr desto besser". Im Jahre 2005 ergibt ein Rebstock, normalerweise mit ca einem Quadratmeter Landanteil, maximal eine ganze Flasche Wein. Wir lernten die neuen Blüten von den alten zu unterscheiden und jetzt weiss wohl jeder Teilnehmer, wie genau eine Chasselas Traube repektive deren Blätter wirklich aussehen.

Der Weinkeller
ist immer eine sehr angenehme Sache. Erstens gibt es dort immer etwas zu degustieren und zweitens ist die "Ambiance" einfach jedes Mal wieder faszinierend. Dieses Mal durften wir im sogenannten "Barrique-Keller" einige Weine des noch nicht abgefüllten Jahrganges 2004 probieren, welche direkt aus dem Fass via Pipette in unser Glas eingeschenkt wurden. Es handelte sich hier um einen Barrique Chardonnay und Pinot Noir, aber auch um einen Chasselas, welcher zur Zeit noch im Holzfass reift. Uebrigens alles 228 l Piècen aus französischer Eiche, maximum einmal gebraucht. Die Beschreibung dieser Weine erfolgt wie immer am Ende unseres Berichtes. Im Degustationsraum durften wir alsdann eigentlich noch sämtliche, von uns gewünschten Produkte von Raymond Paccot versuchen, unter anderem auch einen ausgezeichneten Rosé.

Olivier und Christophe Chastellain
Bei schönstem Reisewetter fuhren wir anschliessend durch die Weinreben bis nach Crissier, wo wir bei Olivier Chastellain, dem Vater unseres Küchenchefs Christophe, welcher dort eine Oenothek führt, empfangen wurden. Im modern, aber gemütlich eingerichteten Raum hatten wir nun die Gelegenheit, drei sehr rare Rotweine, d.h. Gamay, Pinot Noir und Diolinoir/Garanoir aus dem Weingut Le Satyre, von Noé Graff aus Begnins/Waadt zu degustieren. Es war ein grosser Erfolg, denn diese Produkte konnten zu mehr als 100 % überzeugen. Wir waren alle begeistert von der ausserordentlichen Qualität, welche heute eben auch ein Schweizer Weinbauer produzieren kann.

Auberge de la Charrue
Den Höhepunkt des Tages erlebten die Weinfreunde nun aber beim erklärten Ziel unseres Ausfluges. In der gemütlichen Athmosphäre der "Auberge de la Charrue" wurden wir von Christophe Chastellain wie man so sagt, nach Noten verwöhnt. Thema des Menus waren eigentlich die Weine des Lac Léman und seiner Umgebung. Nun überraschte uns der renommierte Küchenchef, welcher auch im Waadtland grosse Erfolge feiert und sich in seinem Restaurant selbst verwirklichen kann, mit einen perfekten 6-Gänger und den entsprechenden Weinen vom Genfersee, alles Spezialitäten von ausgesuchten Winzern der Umgebung.

Köstliches aus Küche und Keller
Mit viel Fingerspitzengefühl hatte Christophe Chastellain die Weine ausgelesen, welche dann natürlich auch phantastisch zu den servierten Leckerbissen passten.

    Zu der Roulade à la mousseline de boef tranken wir einen Aligoté de Lully.
    Die Saucisson vaudois en salade aux haricots verts wurde mit einem Sémillant de St. Saphorin serviert.
    Zum Omble chevalier du Léman au cresson war ein Pinot gris de Rivaz wirklich sensationell.
    Das war aber noch nicht alles. Der Gamaret genevois begleitete den eigentlichen Hauptgang, nämlich Vollaille fermière du Châblais aux chanterells.
    Bei einem solchen Gaumenschmaus durfte der Käse auch nicht fehlen, also hatten wir dazu eine Servagnin de Morges (Achtung, das ist kein Verschrieb, sondern der richtige Name des Weines, was am Schluss noch kurz dokumentiert werden soll).
    Das Dessert bestand aus Biscuit fraisier aux pêches à la rhubarbe, zu welchem ein Chardonnay Passerillé serviert wurde.

Vor lauter ausgezeichnetem Essen, vergassen wir fast, dass wir irgendwann wieder nach Gstaad reisen mussten. Am liebsten hätten wir alle mit dem Nachtessen weitergefahren. Ein Gourmet ist ein Geniesser, die Weinfreunde sind sehr verwöhnt, wurden aber an diesem Tag von der Küche nicht im Stich gelassen. Ich glaube, Christophe Chastellain hat sich diesmal sogar selbst übertroffen. Seine "Auberge" ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen und die Küche ist wie schon vorher im Le Grand Chalet immer noch Spitzenklasse.

Hier gehts zur Beschreibung der degustierten Weine


Bildershow Romanel

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© 2005 Hans Liechti