Weinfreunde Gstaad-Saanenland

 

Soirée Wine & Dîne
Grand Hotel Bellevue Gstaad



Knoblauch, Pfeffer und Paprika

Zu den Vorteilen, die man geniesst, wenn man in einem Land wohnt, wo Wein wächst, gehört auch, dass einem die richtige Wahl des Weines leichter gemacht wird. Man trinkt den Wein des Landes, vorzugsweise den eines Winzers aus dem Bekanntenkreis. Man stimmt auch seine Essgewohnheiten darauf ab: Ist der Wein zart im Geschmack, dann wird man mit Gewürzen zurückhaltend sein; ist der Wein kräftig, dann wird man mit Knoblauch, Pfeffer, und Paprika nicht sparsam umgehen. In Kalifornien wo es vom relativ fragilen Sauvignon blanc bis zum schweren vollen Zinfandel bei einem einzigen Winzer alles gibt, hat man da viel Spielraum. In den meisten Weinregionen aber hat sich seit langem ein Gleichgewicht von Speisen und Weinen herausgebildet. In Ländern oder Gegenden, die nicht über solche Traditionen verfügen, liegen die Dinge komplizierter. In England und im Osten der USA bieten die Fachgeschäfte alle Weine der Welt an, und da ist es natürlich am schwersten, sich zurechtzufinden. Heutzutage gibt es freilich überall ein vielfältiges Angebot, und gerade diese Vielfalt ist eigentlich das Wunderbare an der Qual der Wahl. Ein realistischer Ansatzpunkt bei der Wahl eines Weines ist natürlich der Preis. Je weniger man für einen Wein auszugeben hat, desto leichter fällt auch die Wahl.

Burgunder für Voltaire und Beaujolais für die Gäste
Neben dem Preis spielen aber die Gesellschaft, der man einen Wein anbieten möchte, und die Gelegenheit eine Rolle. Sind ihre Gäste ebenso sehr an Wein interessiert wie Sie, dann werden sie sicher die Gelegenheit nützen und eine gute Flasche mit ihnen teilen wollen. Haben ihre Gäste keinen besonderen Spass am Wein, dann sollten sie bei aller Sympathie für ihre Freunde daran denken, dass auch hier der Wein der Gelegenheit angepasst sein soll. Er braucht nicht gerade faszinierend zu sein - ausser wenn sie sich selbst vor tödlicher Langeweile retten wollen. Ehe man also den Wein wählt, sollte man sich überlegen, ob er auch wenigstens für einen Augenblick im Scheinwerferlicht des allgemeinen Interesses stehen wird und wer ausser einem selbst noch davon trinken wird. Am besten erinnert man sich dabei an Voltaire, der es sich zur Gewohnheit gemacht hatte, seinen Gästen Beaujolais vorzusetzen, während er die feinsten Burgunder für sich ganz allein genoss. Die nächste Frage ist, ob man den Speisen den grösseren Wert beimisst oder dem Wein. Im Idealfall sollte beiden der gleiche Rang eingeräumt werden - es sollte Harmonie herrschen, nicht Rivalität. In einem Restaurant sollten Speisekarte und Weinkarte gleichzeitig vor ihnen liegen.

Sommelier Mathieu Zimmermann und Küchenchef Mathias Droz
Bereits zum zweiten Mal versuchten die Weinfreunde im Grand Hotel Bellevue genau dies herauszufinden. Der Sommelier (Weinkellner) Mathieu Zimmermann und der Küchenchef, Mathias Droz, haben zusammen für uns ein unvergessliches Programm von Speisen und Weinen zusammengestellt. Zu einem Gericht wurde diesmal meistens nur ein einziger Wein serviert. Dabei konnte man sich die obenerwähnten Gedanken durch den Kopf gehen lassen. Die beiden Spezialisten haben vor dem Anlass keine Mühe gescheut um etwas zusammenstellen zu können, welches unsere Weinfreunde auch wirklich erfreuen würde. Dieser Aufwand lohnte sich vielfach. Die Weine und das Dîner waren vom Besten was man im Grand Hotel Bellevue einem Kunden servieren kann. Dies überrascht natürlich nicht, sind doch alle Drei bereits auf dem Höchstpunkt ihrer Karriere angelangt. Das Grand Hotel Bellevue besitzt ja auch bereits 16 Punkte von Gault-Millau, was in unserer heutigen Zeit immer schwieriger zu erreichen ist: Die Konkurrenz schläft ja nicht! Unser Anlass durfte wiederum im Restaurant Prado stattfinden, wo die Ambiance jedes Mal neu ihren Teil dazu beiträgt, dass "Wine and Dîne" nicht einfach nur so dahergesprochen wird. Es wird im eigentlich Sinn des Wortes gelebt, durch die eifrigen Mitarbeiter des Hotels und dann natürlich auch durch die Teilnehmer selbst.

25 Weinfreunde zum 5 Gang-Menu
Diesmal waren es total -25- Weinfreunde, welche diesen speziellen Abend mit uns erleben wollten, d.h. fast schon 20 % mehr als noch vor einem Jahr, wo sämtliche Beteiligten jedoch überaus begeistert waren. Im Programm für das nächste Jahr wurde bereits wieder ein neuer Termin für denselben Anlass im Grand Hotel Bellevue definitiv bestimmt. Wir durften wie schon vor einem Jahr ein -5- Gang Menu plus Amuse Bouches geniessen. Die Weinfreune trafen sich im Carnotzet, dies bereits aus alter Tradition. Der Ort ist für das Verkosten eines Apéros einfach mehr als nur geeignet und das Grand Hotel Bellevue bietet uns da natürlich genau das, was sich ein Weinfreund eben so vorstellt. Umgeben von Glaswänden, welche den Blick in den Weinkeller öffnen, entsteht eigentlich sofort eine warme, freundliche Stimmung, welche dann auch den ganzen Abend anhält.

    Dieses Jahr kam zu Rohschinken und selbstgebackenen Kräutergrissinis ein "Riesling x Sylvaner " auf den Tisch, ein Schweizer Produkt von Georg Fromm aus Malans, ein alter Bekannter der Weinfreunde. Dieser Wein gehört zum Feinsten und Besten, was in der Schweiz zur Zeit an Wein angeboten wird, für Details wird auf den Anhang mit der Beschreibung der genossenen Weine verwiesen.
    Zu den Amuse Bouches und einer Triologie von Foie Gras servierten die Spezialisten des Hotels je einen Sauvignon blanc und einen Riesling aus verschiedenen Jahrgängen, jedoch exakt passend zu diesen exquisiten Speisen. Das festliche Restaurant Prado gab die exakt richtige "Ambiente" für weitere Gänge und man fühlte sich so richtig angenehm wohl: Im Garten vor dem Restaurant herrschte eine atemraubende Winterstimmung, die die Teilnehmer zum Schwärmen brachte.
    Drinnen ging es mit dem Dîner weiter. Zu Won Ton Ravioli mit Scampi, Wok Gemüse und Petersilienschaumsauce servierte man uns einen roten Côtes du Roussillon.
    Zur Hauptspeise mit Mignon vom Irischen Lammfilet, Kardamon und Traubensauce sowie Olivengnocchi war der italienische La Stoppa von Elena Pantaleoni gerade richtig.
    Zu Crostini mit dem Käse "Fourme d'Ambert" und Schalotten-Marmelade passte wiederum der "Scyri" der Azienda Agricola Cos aus dem Jahre 1999 ausgezeichnet.
    Zum Dessert mit "Ingwer Variationen" war dann der süsse Bonnezeaux, Château de Fesles, 1996 der einzig richtige Abgang.
Es war wiederum ein höchst gelungener, unvergesslicher Abend auf einem überaus hohen Niveau. Wir danken hiermit den Verantwortlichen vom Hotel Bellevue für ihre Meisterleistung.

Degustierte Weine


Eindrücke von der Degustation

zurück  

© 2006 Hans Liechti