Weinfreunde Gstaad-Saanenland

 

Hauptversammlung vom Samstag, 17. März 2007, Hotel Le Grand Chalet
Degustation Bordeaux ⁄ Crus Bourgeois


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Auch dieses Jahr konnte der Präsident Hans Liechti am 17. März 2007 die Hauptversammlung der Weinfreunde Gstaad-Saanenland durchführen.

Mitglieder
Im Bericht des Präsidenten sahen wir eine Abnahme bei der Anzahl unserer Mitglieder, nämlich total -76-, bei 9 Austritten und 2 Eintritten insgesamt. Die Anlässe der Weinfreunde erfreuen sich noch immer grosser Beliebtheit. Die Teilnehmerzahl pro Anlass verminderte sich leider auf durchschnittlich -20- , dies jedoch, weil wir auf die Teilnahme an "Saveurs" verzichtet haben, wo normalerweise über 60 Personen dabei gewesen sind.Wir suchen weiterhin nach neuen Mitgliedern, natürlich solche, welche dann auch regelmässig an unseren Anlässen teilnehmen können. Der noch immer als Degustation durchgeführte Stamm, mit Einladung, fand auch im Jahr 2006 statt und ist nach wie vor sehr geschätzt.


Jahresrechnung
Die Jahresrechnung schloss 2006 mit einem Gewinn von Franken 795.60. Das Gesamtvermögen beträgt jetzt Franken 2′767.05. Dies vor allem, weil unser traditioneller Ausflug für einmal ausgelassen wurde, welcher normalerweise durch die Vereinskasse gesponsort wurde.


Genehmigung der Anlässe 2007
Das Programm 2007 wurde von den leider nur 16 Teilnehmern der Hauptversammlung und der anschliessenden Degustation ohne Gegenstimme bewilligt und sieht im Detail mit insgesamt wiederum 8 Anlässen wie folgt aus :

Samstag, 17. März 2007, Hauptversammlung, Bordeaux ⁄ Crus Bourgeois, Hotel Le Grand Chalet
Samstag, 02. Juni 2007, Grossartige Schnäppchen, bons vins aux bons prix, Hotel Le Grand Chalet
Samstag, 30. Juni 2007, Italien ⁄ Region ⁄ Winzer noch nicht bekannt, Palace Hotel Gstaad
Samstag, 15. September 2007, Schweiz ⁄ Tessin, Barrique Spitzenweine, Hotel Le Grand Chalet
Samstag, 27. Oktober 2007, Charakter vor Perfektion, Robert Speth, Golf Restaurant Saanenmöser
Samstag, 15. Dezember 2007, Schweiz ⁄ Graubünden, Restaurant Spitzhorn, Saanen
Samstag, 19. Januar 2008, Soirée "Wine & Dine", Grand Hotel Bellevue, Gstaad
Samstag, 15. März 2008, Hauptversammlung, Spanien ⁄ Weinreise, Hotel Le Grand Chalet

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Nach der Versammlung konnten die Teilnehmer mit dem Nachtessen und der Degustation beginnen. Das heutige Thema lautete:

Bordeaux/Crus Bourgeois


Ob ein nicht zu den Crus classés gehörendes Château offiziellen Rang besitzt oder nicht, ist nicht einfach zu entscheiden. Das hängt zum Teil davon ab, ob der Besitzer ein Eigenbrötler oder ein geselliger Mensch ist. Die Mitgliedschaft im Syndikat der Crus bourgeois, dem zuständigen Verband, ist nämlich ganz und gar freiwillig. Die im September 1966 revidierte Mitgliedsliste des Syndicat des Crus bourgeois du Médoc weist 321 Weingüter aus, davon entfallen

108 auf die AC Médoc,
109 auf die AC Haut-Médoc (24 in St. Seurin de Cadourne),
16 auf die AC Moulis,
24 auf die AC Listrac,
34 auf die AC St. Estèphe,
10 auf die AC Pauillac,
6 auf die AC St. Julien und
14 auf die AC Margaux.


Die Konfusion um die Crus grands bourgeois und die Crus grands burgeois exceptionnels ist auf Grund einer der vielleicht begrüssenswerteren Regelungen der EU inzwischen behoben. Die Bezeichnungen Crus artisan und Crus paysan sind gelegentlich für Weingüter gebräuchlich, die ihrer Grösse oder ihrer Qualität nach hinter den Crus bourgeois rangieren. 1989 wurde das Syndicat des Crus artisan für Besitzungen von unter 7 ha gebildet. Die Mitgliederzahl beträgt 236. Meist fasst der Weinhandel sie alle unter der Bezeichnung Petits Châteaux zusammen - eine höchst relative Bezeichnung, denn schon ein Cru bourgeois kommt den Rothschilds sicher klein vor,

Viele von diesen Gütern, die es früher zu Tausenden gab, sind heute mit den Caves coopératives verbunden, aber die Weinhändler suchen sich immer wieder einzelne heraus und würdigen sie eines eigenen Etiketts. So gehen viele in der Anonymität der Genossenschaft auf und finden wie durch ein Wunder ihre Identität wieder. Für den aufgeschlossenen Liebhaber des Bordeaux-Weins lohnt sich, hier zu forschen, da sie manchmal äusserst günstige Einkaufsmöglichkeiten bieten.

Besuch vom Château Sociando Malley

Franz Rosskogler führte uns auch diesmal sehr gekonnt durch den Abend. Er präsentierte uns die verschiedenen Weine mit viel Sachkenntnis und versuchte mit Erfolg die heutige und alte Klassifikation im Bordeaux den Gästen nahe zu bringen.

Als grosse Ueberraschung für die Teilnehmer wurde der Besuch der Besitzerin von Château Sociando Malley, gewertet. Sie hat uns ihr Weingut etwas näher gebracht. Auf 55 Hektaren werden die Trauben für den Wein gepflegt und gehegt, die Weinstöcke sind etwa 30 Jahre alt. Der Wein bleibt ca 12 Monate in einem neuen Eichenfass bevor er im Schloss in Flaschen abgefüllt wird. Die verwendeten Weinsorten sind 55 % Cabernet Sauvignon, 5 % Cabernet Franc und 40 % Merlot.

Wein und Speisen

Wie bei jeder Degustation werden die Speisen und die zu kostenden Weine ganz genau aufeinander abgestimmt. Das Küchenteam und Franz Rosskogler präsentierten uns wiederum nur das Beste vom Besten.Der Wein passte ausgezeichnet zu den Speisen und das Ganze sah etwa so aus :

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Apéritif et Amuse bouches, Mousseux à la Pèche blanche (ein erfrischender Apérodrink, welcher im Médoc traditionellerweise vor dem Essen serviert wird)

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Terrine de foie gras de canard des Landes au Sirop de Porto mit Château d'Arche Sauternes 2e Cru classé von 1955, Jahrgang 1999 (es gibt dort keine Crus bourgeois)

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Ravioles de queues de bouef et ris de veau à la crème de truffes (dazu gab es noch jede Menge frischer Truffes du Périgord) Für dieses Gericht allein lohnte sich der Gang ins Grand Chalet in Gstaad allemal, besser als einfach ausgezeichnet. Zu diesen sensationellen Raviolis wurden die beiden roten Weine Château Haut-Beauséjour St. Estèphe 1997 und Château de Pez, St. Estèphe 1997 serviert.

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Zum Hauptgang hatten wir Entrecôte double de bœuf à la Bordelaise (Sauce) mit den Weinen Château Lafon, St. Estèphe, 2000 und Château Monbrison, Margaux, 2000.

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Der Käse darf bei den Weinfreunden nicht fehlen. Diesmal erhielten wir einen " Petit Livarot " von E. Graindorge aus der Normandie, sowie einen Tomme Vaudois mit Trüffelcème. Die passenden Weine dazu waren die schon sehr berühmten Châteaux Sociando Mallet, Haut-Médoc, 1998 und Château Phélan Ségur, St. Estèphe, 1996.

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Um das Menu abzuschliessen erhielten wir eine Variation de desserts de l'Aquitaine und zum Schluss gab es Café et friandises.

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Wussten sie übrigens, dass dem Marquis de Ségur zur Zeit der französischen Revolution ebenfalls die Weingüter von Château Lafite und Château Latour gehörten. Nun so etwas verpflichtet und spricht noch heute für die hohe Qualität dieses Weines.

Sämtliche Teilnehmer waren, (wie eigentlich erwartet), wieder mal sehr stark begeistert. Wann kriegt man schon so viele qualitativ ausgezeichnete Weine, zusammen mit einem solch exquisiten Menu. Wir möchten hiermit Herrn Franz Rosskogler, Vizepräsident der Weinfreunde, sowie dem Team des Hotels Le Grand Chalet für ihren diskreten, sprich erstklassigen Service und die wie immer sagenhafte Gastfreundschaft herzlich danken.

Degustierte Weine


Bilder des Abends

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© 2007 Hans Liechti