Weinfreunde Gstaad-Saanenland

 

Samstag, 2. Juni 2007 "Bons vins aux bons prix" Degustation und Nachtessen
im Hotel Le Grand Chalet in Gstaad, Restaurant Le Grand Cru



Haben sie bereits einen 2005er Jahrgang im Keller?

Gute Weine zu guten Preisen oder auf Deutsch "Grossartige Schnäppchen". Unter diesem Motto fand am Samstag, den 2. Juni ein Anlass der Weinfreunde Gstaad-Saanenland statt.

Was verstehen wir eigentlich unter dem Begriffe Schnäppchen? Nun, für die einen ist ein Schnäppchen bereits, wenn für eine Flasche wenig bis fast gar nichts bezahlt werden muss; egal welche Qualität der Wein hat. Bei uns Weinfreunden sieht das schon ganz anders aus; wir wollen beides. Viele Weinfreunde finden die Weine ganz allgemein viel zu teuer, vor allem, wenn es sich um ein sehr bekanntes, sprich "renommiertes" Weingut handelt.
Am Preis des Bordeaux 2005 widerspiegelt sich diese These vorerst am besten. Die Experten sind sich sicher, dass dieser Jahrgang wohl einer der besten der letzten hundert Jahre ist. Was passiert wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, natürlich die Preise werden massiv angehoben! So massiv, dass man sich fragen muss, will man den Wein trinken oder damit handeln. Ein kritischer Weinliebhaber, der den Wein trinken will, wird neben der Expertenmeinung seinem eigenen Geschmack den Vorzug geben. Mit anderen Worten, es wird immer schwieriger sich zu entscheiden, kaufen oder bleiben lassen.
Haben Sie schon einen 2005er Jahrgang im Keller? Nun vielleicht findet sich aber bei Gelegenheit ein "Schnäppchen", weil dieser Wein eigentlich wirklich in jeden Weinkeller gehört.


Wein als geistiger Genuss

Wo Reben angebaut werden, vor allem im mediterranen Raum, begleitet ein Glas Wein fast jede Mahlzeit, ja selbst einen kleinen Imbiss. Guter Wein verdient es, als natürliches und dem Organismus wohltuendes Mittel hervorgehoben zu werden, wobei jeder Mensch aus der Erfahrung heraus lernen muss, welche Provenienz und welche Menge ihm am zuträglichsten ist. Nicht der Alkohol darf die Hauptrolle spielen. Für die kundigen Weinfreunde bedeutet der Wein einen geistigen Genuss, ein gesunderhaltendes und gesundheitsförderndes Gut, weil sie wissen, dass er zahlreiche wichtige Nähr- und Wirkstoffe wie Bioelementer, Vitamine, Säuren und Stickstoffverbindungen enthält, die ihn in glücklichen Lösungs- und Mischverhältnissen zu einem wesentlich anderen Getränk machen,als alle anderen übrigen alkoholischen Flüssigkeiten.
Selbst im Keller anspruchvoller Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber liegen nicht nur grosse Gewächse. Einfachere Provenienzen haben ebenso ihren Platz, vorausgesetzt, sie sind in ihrer Art von bester Qualität und dürfen gegebenenfalls auch bei Einladungen serviert werden. Wir glauben, dass sich gerade bei der Auswahl dieser Weinkategorie die Kompetenz und Leistungsfähigkeit des Weinhändlers zeigt. Nach unseren Vorstellungen muss ein Wein für alle Tage aus einer vorbildlich gepflegten Individualproduktion stammen, schmackhaft und bekömmlich sein, den typischen Ursprungscharakter besitzen und zu einem vernünftigen Preis bezogen werden können. Auch bei Tischweinen ist Abwechslung möglich und ratsam, denn es besteht die Gefahr, dass ein Gewächs - wenn zu oft getrunken - langweilig und nicht mehr geschätzt wird. Zudem ist es angenehm, wenn bei der täglichen Abstimmung von Speisen und Wein Nuancierungen möglich sind.


Das Glas in der Hand

Als Hilfestellung bei der Auswahl diente allen Teilnehmern der heutige Abend, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben und der Entdeckerfreude zuwenig Spielraum zu lassen. Deshalb haben wir einige der in Frage kommenden Weine selbst mit dem Glas in der Hand geprüft. Die anwesenden Weinfreunde fanden an diesem Abend vorzügliche Gewächse, die gewiss ihrem Geschmack und ihren Bedürfnissen entgegenkommen und an denen sie viel Freude haben werden, ohne dass das Budget übermässig belastet wird. Der Anlass fand in unserem Clublokal, im Restaurant "Le Grand Cru" statt, wo die rustikalen Einrichtungen für die richtige "Ambiance" sorgen und die Weinfreunde sich daheim fühlen. Wie bei den Weinfreunden üblich wurden die angebotenen Weine zum/respektive mit dem Essen degustiert, dies vor allem weil dann jederman die Unterschiede mit oder ohne kulinarische Genüsse gleich selbst vollziehen kann.



Genuss pur aus Küche und Keller

Das Menu wurde den zu degustierenden Weinen angepasst. Bei jedem Gang wurde mindestens ein, meistens aber zwei verschiedene Weine angeboten.

    Zum Amuse bouche "La Bagatelle" (Lachs- nockerl mit Sesam und Muschelsuppe) servierte die Equipe des Hotels Le Grand Chalet den Portugiesischen Weisswein "Alvarinho Quinta da Alderiz, Vinho Verde 2003, welcher ausgezeichnet dazu passte.

    Der nächste Gang des Menus bestand aus Filet de truite de Gruyère en mi-cuisson auf fines herbes (übersetzt halbgegartes Forellenfilet aus Greyerz mit Gartenkräutern). Dazu servierte man uns zwei spezielle Weissweine: den Chardonnay "La Colombe" von Raymond Paccot aus Féchy, Jahrgang 2005 und einen Soave Sant Antonio 2005.

    Der nächste Gang war dann ein"Coquelet fermier du Pays rôti sur lit de chanterelles", eine Delikatesse für welche es sich allein dafür gelohnt hätte, an dieser Degustation teilzunehmen. Dazu wurden zwei verschiedene Rotweine serviert, nämlich der Pinot noir Pachien, Caves Fernand Cina, Salquenen 2005 und ein Penfolds Thomas Hyland Shiraz, Jahrgang 2001. Beide Weine passten ausgezeichnet zum "Coquelet".

    Der Hauptgang war mit Gigot d'Agneau des montagnes d'Entlebuch rôti à fleur de thym (Keule vom Entlebucher Berglamm aus dem Ofen mit Thymianblüten). Die dazu ausgewählten Weine waren ein Quinta do Crasto Reserva 2003 sowie ein Zweigelt Classique von Josef Pöckel, Mönchhof, Jahrgang 2003. Obschon zwei ganz verschiedenartige Weine, machte es einen Riesenspass, diese beiden recht unterschiedlichen Weine zusammen mit einem hervorragenden Lammgigot zu geniessen.

    Bei einem solch hochklassigen Menu darf natürlich der Käse nicht fehlen. Zur Séléction de fromages pâte molle du Pays erhielten wir einen Bordeauxwein, nämlich den Château Rollan de By, Cru Bourgeois, Médoc, 2003.

    Viele Weinfreunde verzichten gerne auf ein Dessert, da es hier immer etwas schwierig ist, einen richtig passenden Wein zu finden. Nun, die Küche des Hotels Le Grand Chalet liess es sich absolut nicht nehmen den Weinfreunden zusätzlich noch eine Variation von Walliser Erdbeeren zu servieren, mit einem Moscato d'Asti "La Spinetta" von Giorgio Rivetti, Jahrgang 2006.



Ein absoluter "Schnäppchen" Abend

Hiermit möchten wir Herrn Franz Rosskogler und seinem Team wieder einmal herzlich für das Gebotene danken! Er hat damit allen bewiesen, dass es tatsächlich möglich ist, ein 6-Gang Menu mit Top-Weinen zu einem "Schnäppchen-Preis" zu servieren. Der ganze Abend (6-Gang-Menu inklusive Kaffee, Mineralwasser, Friandises sowie 9 verschiedene Weine à Diskretion von ausgezeichneter Qualität) kostete nämlich pro Person nur gerade Franken 125.--.

Degustierte Weine


Die Bilder des Abends

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© 2007 Hans Liechti