Weinfreunde Gstaad-Saanenland

 

Hauptversammlung vom Samstag, 15. März 2008, Hotel Le Grand Chalet
Degustation "Eine Reise durch Spanien"


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Auch dieses Jahr konnte der Präsident Hans Liechti am 15. März 2008 die Hauptversammlung der Weinfreunde Gstaad-Saanenland durchführen.

Mitglieder
Im Bericht des Präsidenten sahen wir eine Abnahme bei der Anzahl unserer Mitglieder, nämlich total -69-, bei 11 Austritten und 4 Eintritten insgesamt. Die Anlässe der Weinfreunde erfreuen sich noch immer grosser Beliebtheit. Die Teilnehmerzahl pro Anlass verminderte sich leider auf durchschnittlich -17- , dies jedoch, weil wir auf die Teilnahme an "Saveurs" verzichtet haben, wo normalerweise über 60 Personen dabei gewesen sind. Wir suchen weiterhin nach neuen Mitgliedern, natürlich solche, welche dann auch regelmässig an unseren Anlässen teilnehmen können. Der noch immer als Degustation durchgeführte Stamm, mit Einladung, fand auch im Jahr 2007 statt und ist nach wie vor sehr geschätzt.


Jahresrechnung
Die Jahresrechnung schloss 2007 mit einem Gewinn von Franken 705.95. Das Gesamtvermögen beträgt jetzt Franken 3'472.00. Dies vor allem, weil unser traditioneller Ausflug nochmals ausgelassen wurde, welcher normalerweise durch die Vereinskasse gesponsort wurde.


Genehmigung der Anlässe 2008
Das Programm 2008 wurde von den insgesamt 24 Teilnehmern der Hauptversammlung und der anschliessenden Degustation ohne Gegenstimme bewilligt und sieht im Detail mit Total 7 Anlässen wie folgt aus :

Samstag, 15. März 2008, Hauptversammlung, Reise durch Spanien, Hotel Le Grand Chalet
Samstag, 31. Mai 2008, Kongress Schweizerische Vereinigung der Weinfreunde, Bielersee
Samstag, 28. Juni 2008, Italien/Region/Winzer noch nicht bekannt, Palace Hotel Gstaad
Samstag, 20. September 2008, Soirée "Wine & Dine", Roberth Speth, Restaurant Chesery Gstaad
Freitag, Samstag, Sonntag, 3./4./5. Oktober 2008, Italien, Reise Colli Rominesi, Davide Bigucci
Samstag, 13. Dezember 2008, Schweiz/Waadtland, Raymond Paccot, Féchy, Spitzhorn, Saanen
Freitag, 13. März 2009, Hauptversammlung, Portugal, Rotweinrevolution, Hotel Le Grand Chalet

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Nach der Versammlung konnten die Teilnehmer mit dem Nachtessen und der Degustation beginnen.

Spaniens Weine


Der Pioniergeist bekannter und neuer Produzenten in Spanien ist noch lange nicht erloschen. Ihre Entdeckerfreude verhilft weiteren vergessenen Weinbauregionen zu einer Rennaissance, macht aus verschlafenen Bodegas Vorzeigebetriebe und bringt Neue hervor. Auch in Regionen, die noch in Warteposition lauern, gibt es überzeugende Weinqualitäten. "Spanienes Weine sind nach wie vor brandheiss" schreibt Robert Parker in der Februarausgabe 2007 seines Wine Advocate. Diese Aussage bezieht er vor allem auf die Jahrgänge 2005, 2004, 2003 und 2001 aus denen er insgesamt mehr als 100 Weine degustierte. Und siehe da, eine stattliche Anzahl erreichte 90 Punkte und mehr. Fünf davon schafften sogar das Traumresultat von 100 Punkten. Obwohl es ganz klar ist, dass der eigene Geschmack das Mass allen Weingenusses ist und bleibt, sind die Spanier doch wenig stolz, dass der amerikanische Weinguru die Weine dieses Landes derart hoch bewertet hat. Die Weinfreunde versuchen heute Abend, einige dieser aufsehenerregenden Weine bei einer Degustation zu zeigen.

Spaniens Beitritt zur Europäische Union ist erst 22 Jahre her und was den Grossteil seines Weines betrifft, ihre Ankunft in der Moderne ebenfalls. Spanien ist seither gut vorangekommen und verbessert, ermutigt durch Fördermittel aus Europa, ihren technischen Standard immer weiter. Die positive Entwicklung hält an ; sowohl in den wenigen traditionellen Qualitätsweingebieten als auch in den früheren Massenregionen entstehen viele Spitzenerzeugnisse. Heute dürften in Spanien abgesehen von der Sherry Region Galicien, Rioja, Navarra, Katalonien, Rueda und Ribera del Duero noch immer das grösste Interesse beanspruchen. Neu definierte Anbaugebiete waren für die alten Apellationen eine ernste Herausforderung. Man konzentriert sich jetzt hier auf einheimische Trauben wie vor allem Tempranillo, Graciano, Garnacha, Tinto del Pais, Carinena,Tinto Fino, Mencia, Macabeo, Monastrell und Bobal. Dazu verwendet man meistens sehr wenige Prozente aus Cabernet Sauvignon und Merlot.Die Weissweine bestehen vor allem aus den Traubensorten Verdejo und Albarino, welche zu 100% aus einer Traubensorte vinifiziert werden und heute als absolute Spitzenweine gelten. Heute hat Spanien 63 verschiedene Anbauregionen, darunter so bekannte wie Bierzo, Priorato, Rias Baixas, Ribera del Duero, Rioja, Rueda, Toro, Penedes und Jumilla.



Pascal Seyffer, von der Casa del Vino in Zürich und der Münsterkellerei in Bern

Heute Abend musste uns Franz Rosskogler nicht wie üblich durch die Degustation mit Nachtessen führen.Wir hatten für einmal einen Spezialisten für Spanische Weine organisiert. Herrn Pascal Seyffer, von der Casa del Vino in Zürich und der Münsterkellerei in Bern präsentierte uns die verschiedenen Weine mit viel Sachkenntnis und versuchte mit Erfolg die genaue Klassifikation in Spanien allen Gästen nahe zu bringen. Nicht die bei uns sehr bekannten Rioja wurden diesmal vorgeführt, aber dafür einige neue, ganz grosse Weine aus Spanien. Wie bei jeder Degustation werden die Speisen und die zu kostenden Weine ganz genau aufeinander abgestimmt. Das Küchenteam, Franz Rosskogler und Pascal Seyffer präsentierten uns wiederum nur das Beste vom Besten. Der Wein passte wie immer ausgezeichnet zum Essen und so wir durften wir folgende Speisenfolge mit den entsprechenden Weinen degustieren :

Wein und Speisen



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Zum Apéro einen Weisswein aus dem Rias Baixas, Jahrgang 2006, d.h. Pazo de Senorans blanco

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Dann Assiette de dégustation mit Chorizo-Lomo-Jabugo-Gazpacho und dem Weisswein Verdejo Belondrade Y Lurton, 2006, aus der Region von Rueda/Castilo y Léon.

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Die grosse Spezialität, nämlich eine Paella de fruits de mer et crustaçés au Safran Mancha, folgte sofort. Dazu serviert wurden die Rotweine Pétalos del Bierzo, 2005 und Allende tinto Cosecha, Rioja 2003.

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Der Hauptgang, bestehend aus Filet mignon de porco Iberico, Jus clair et poivrons wurde begleitet von einem Wein aus dem Priorato, Les Terrsse tinto, Alvaros Palacios, Jahrgang 2001 und dazu den Hacienda Monasterio aus dem Ribera del Duero, 2003..

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Zum spanischen Schafskäse degustierten wir einen Rotwein aus dem Gebiet Toro, nämlich den San Roman von Maurodos, Jahrgang 2004. .

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Zum Abschluss durften wir noch eine ausgezeichnete traditionelle katalanische Crème geniessen. Der dazu ausgesuchte Wein war der Tinto Cosecha von Mauro aus Tudela del Duero 2004. .

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Die Diskussionen gingen sehr hoch, da viele der Teilnehmer etwas Mühe hatten mit einem Rotwein zu diesem klassischen Dessert. Viele fanden, dass ein Cava, d.h. spanischer Schaumwein, sogar besser dazu gepasst hätte. Es war aber trotzdem einen Versuch wert, denn der degustierte Rotwein passte meiner Meinung nach sogar ausgezeichnet zu etwas Süssem. Die Weine werden wie üblich ganz am Schluss noch im Detail beschrieben.

Dieser Abend hat aber gezeigt, dass Spanien heute nicht mehr einfach Rioja bedeutet.

Wir haben versucht, den Weinfreunden wenigstens einige der vielen Regionen Spaniens vorzustellen. Nun, das ist uns gelungen. Alle Teilnehmer waren hoch erfreut und enorm begeistert über die überaus hochstehenden Weine, welche uns diesmal dargeboten wurden. Selten (ausser bei den Weinfreunden) erhält man so viele qualitativ ausgezeichnete Weine, zusammen mit einem so sagenhaften, auf überaus hohem Niveau stehenden Menu. Hiermit danken wir Herrn Pascal Seyffer, Franz Rosskogler, Vizepräsident der Weinfreunde, sowie dem Team des Hotels Le Grand Chalet für ihren diskreten, absolut erstklassigen Service und die wie immer sagenhafte Gastfreundschaft sehr herzlich.

Degustierte Weine


Bilder des Abends

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© 2008 Hans Liechti