Weinfreunde Gstaad-Saanenland

 

Riesling aus dem Saarland/Deutschland

Wine & Dîne, Restaurant Chesery Gstaad

Samstag, 20. September 2008



Der Wein segnet die Mahlzeit

Das Schöne am Wein ist: Wer einmal anfängt, sich intensiv mit ihm zu beschäftigen, wird nie mehr damit aufhören und sich auch nie mehr langweilen. Es gibt genügend gute Weine auf der Welt, um sich bis zum neunzigsten Geburtstag bei guter Laune halten zu können. Ein vielfach und gerne zitiertes Sprichwort lautet: "Der Wein segnet die Mahlzeit". Damit ist auch die Begründung gegeben weshalb die Weinfreunde gerne ein "Wine & Dine" veranstalten. Zum einen möchten wir dem normalen Durchschnittsmenschen einen Anhaltspunkt geben, mit welchem Wein er aus der überaus grossen Angebotspalette mit der er heute konfrontiert wird, seine Mahlzeit, sein Essen vorteilhaft ergänzen und geschmacklich anheben kann. Zum andern soll es dazu beitragen, die Weinkultur im allgemeinen zu heben und zu fördern.

Eleganter Mosel-Riesling

Mosel-Saar-Ruwer ist Deutschlands dynamischste Weinregion. Nirgendwo in der deutschen Weinlandschaft gibt es heute so viele hochinteressante Erzeuger zu entdecken. Gleichviel, ob es an der speziellen Mentalität der Moselaner liegt oder daran, dass das Ausland grosses Interesse für die eleganten fein aromatischen Rieslinge dieser Region mit ihrem archetypisch kühlen Klima zeigt - hier der Name auf den Sie besonders achten sollten : Van Volxem.


Riesling-Reben im Moselfuderfass

Als ehemaliges Klosterweingut der Luxemburger Jesuiten verfügt es bereits seit dem 18. Jahrhundert über grosse Parzellen in besten Schiefersteillagen der Saar mit berühmten Namen wie Scharzhofberger und Altenberg. 98 % der 33 Hektar sind mit wurzelechten Riesling-Reben bepflanzt. Das durchschnittliche Rebenalter beträgt 40 Jahre. Anfang 2000 wurde das Traditionsgut von Roman Niewodniczanski erworben, denkmalgerecht restauriert sowie um zahlreiche Spitzenlagen erweitert. Erklärtes Ziel des begeisterten Teams ist es, mit einem konsequenten Qualitätsstreben am früheren Renommee dieses Gutes anzuknüpfen. Dies bedeutet biologische Bodenbewirtschaftung, intensive Laubarbeit von Hand, rigorose Ertragsbeschränkung, selektive Handlese in mehreren Durch- gängen ab Anfang November, Vergärung mit weinbergeigenen Hefen und Ausbau am traditionellen Moselfuderfass ohne chemische Weinbehandlungsmittel und ohne Chapitalisierung. Das Ergebnis sind sehr bekömmliche, ausdrucksstarke, mineralische und finessenreiche Naturweine mit eindeutigem Lagenprofil und grossem Reifepotenzial.



Valpolicella, der populäre aus Venetien

Eines der schönsten und auch der grössten Weingebiete Italiens ist die Weinbauregion Venetien. Sie erstreckt sich vom Gardasee bis zum Gebiet des Piave und der lagunenreichen Küste am Golf von Venedig, in Nord-Südrichtung von den Dolomiten über ausgedehnte Ebenen bis zu den Mündungen des Po. Da zu Fleisch und Käse ein Weisswein nicht allzu gut passen würde, hat der Sommelier einen Taso Valpolicella Classico Superiore ausgesucht. Der Valpolicella wird als ein direkter Nachfahre der alten auf den Hügeln von Verona um Verona gewonnenen Wein angesehen. Er gilt als einer der besten und populärsten Weine Venetiens und hat sich im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt einen guten Ruf und allgemeine Wertschätzung erworben.
Der ausgewählte Taso Valpilicella wird aus Trauben gekeltert, die aus einem Rebberg stammen, der auf rund 100 Jahre geschätzt wird. Die Böden werden mit grösster Sorgfalt nach biologischen Richtlinien bearbeitet. Die Maischegärung dauert jeweils 20 - 30 Tage und erfolgt ausschliesslich mit den traubeneigenen Hefen. Auf den süssen Traubenschalen des Reciotos erfolgt die natürliche Klärung während des Winters. Resultat ist ein extraktreicher robuster Wein mit runden Tanninen. Taso kann zu kräftigen Fleischgerichten und zu Hartkäse serviert werden.



Cecilia Trucchi Eleganz und Duftfülle

Cecilia Trucchi hat 1990 mit ihrem Mann ein Weingut aus dem 18. Jahrhundert erworben, das mitten in den besten Lagen von Castelrotto im Veneto liegt. Ihr Ziel ist es, Weine zu keltern, die ihr Terroir möglichst exakt verkörpern. Dabei sucht sie in erster Linie Eleganz und Duftfülle und weniger Kraft und Konzentration. Dass diese Suche zum Verzicht auf die Produktion eines Amarone führte, konnten die wenigsten nachvollziehen ; zudem widerspricht es jeglicher unter- nehmerischer Vernunft. Für Cecilia ist es jedoch die logische Konsequenz, weil sie wegen der einengenden Bestimmungen des Amarone-Disziplinars den Wein nicht mehr so produzieren durfte, wie sie es für richtig hielt. Deshalb konzentriert sich Cecilia heute auf die Produktion eines einzigen Weines aus ihren drei Hektar Rebfläche und stellt daneben in guten Jahren nur noch wenige Flaschen Recioto her.



Robert Speth und seine Haute Cuisine

Endlich war es wieder einmal soweit. Der Wunsch der Weinfreunde ging in Erfüllung. Wir durften eine Degustation im Restaurant Chesery in Gstaad geniessen. Unser heutiger Gastgeber Robert Speth ist seit 1984 im Restaurant "Chesery" in Gstaad. Er hat sich stetig und beharrlich auf höchstes Niveau hinaufgekocht : 1998 wurde er mit einem Michelin Stern ausgezeichnet, 2005 wurde er von Gault/Millau zum "Koch des Jahres" ernannt.
Seine Küche zeugt von Grosszügigkeit und Schnörkellosigkeit. Höchst gekonnt verbindet er einfachste mit edelsten Produkten, beherrscht die italienische ebenso wie die französische Küche und macht raffinierte Anleihen bei der asiatischen Kochkunst, wobei seine Vorliebe Fisch und Krustentieren gilt. Er pflegt die Kunst der Einfachheit auf höchsten Niveau : keine unnötigen Dekorationen oder komplizierten Kombinationen, sondern der unverfälschte Eigengeschmack des Produkts steht im Mittelpunkt. Kulinarische Höhenflüge und dennoch ganz reell, bodenständig und auch für Hobbyköche- und Köchinnen nachvollziehbar. Robert Speth kocht ohne Schnickschnack, dafür mit beeindruckender Präzision. Er beherrscht die bodenständige regionale Küche genauso wie die Haute Cuisine. Mal kocht er rustikal, mal aufwendig - aber stets brillant. Und er wird mit dem Alter immer besser. Dies die Worte von Urs Heller von GaultMillau Schweiz.



Ausgesuchte Weine präsentiert vom Sommelier des Jahres 2008,Ivan Letzter

23 Weinfreunde und Weinfreundinnen waren an diesem Abend anwesend, und wurden, wie beim letzten Mal, sehr herzlich begüsst von unserem Gastgeber Robert Speth. Ivan Letzter, "Sommelier des Jahres 2008" Gault/Millau und Oberkellner im Restaurant Chesery Gstaad begleitete uns durch den Abend. Er ist ein absoluter Kenner der Weinszene und hat die Weine für die heutige Veranstaltung persönlich ausgesucht. Alle Teilnehmer waren wiederum begeistert von seinen Ausführungen. Er erläuterte uns in ausgezeichneter Art und Weise, kurz und bündig, die degustierten Weine und gab uns dazu weitere Impulse mit Erklärungen zu den diversen, servierten Speisegängen. Das Menu für die Weinfreunde sah an diesem speziellen Abend wie folgt aus :

    Thai Curry Cappuccino mit wilden Tempura Crevetten, dazu Schiefer Riesling, Van Volxem, 2007.

    Königsbrassenfilet an Passionsfruchtreduktion mit "Scharzhofberger" Riesling, Van Volxem, 2006

    Rehrücken an Wacholdersauce und Spätzle und Valpilicella Classico Superiore "Taso", 2004

    Rohmilchkäse aus dem Saanenland und Pays d'Enhaut, dazu nochmals Valpolicella "Taso" 2004.

    Quark-Zitronensoufflé und kleine Tarte Tatin, Wein "Altenberg" Riesling Auslese, Van Volxem, 2006 .

    Kaffeegebäck



Absolut fantastisch, wir kommen wieder

Sämtliche teilnehmenden Weinfreunde waren wieder einmal mehr als nur begeistert vom Gebotenen. Das Thai Curry war ein Traum für sich allein, das Königsbrassenfilet eine Steigerung. So einen phantastischen, aussergewöhnlichen Rehrücken bekommt man absolut selten serviert. Käse aus dem Saanenland ist sowieso immer ausserordentlich beliebt und zum Schluss war das Zitronensoufflé mit Tarte Tatin einfach ein Gedicht. Wieder einmal hat Robert Speth und seine Mannschaft bewiesen, warum sie alljährlich ein 18 Punkte Niveau Gault/Millau halten können. Das beste Kompliment an einen Gastgeber ist meiner Meinung nach zu sagen: "Wir kommen wieder!" Das haben wir Weinfreunde und Weinfreundinnen Gstaad-Saanenland natürlich auch im Sinn! Wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr! Vielen Dank Robert Speth, Ivan Letzter und dem ganzen Chesery-Team.


Degustierte Weine


Bilder des Abends

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© 2009 Hans Liechti