Weinfreunde Gstaad-Saanenland




Hauptversammlung vom Samstag, 13. März 2010, Hotel Le Grand Chalet
Degustation "Vergleich Burgunder ⁄ andere Pinot Noir"


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Auch dieses Jahr konnte der Präsident Hans Liechti am 13. März 2010 die Hauptversammlung der Weinfreunde Gstaad-Saanenland durchführen.


Mitglieder
Im Bericht des Präsidenten sahen wir eine Abnahme bei der Anzahl unserer Mitglieder, nämlich nur noch -55-, bei 5 Austritten und 1 Eintritt insgesamt. Die Anlässe der Weinfreunde erfreuen sich noch immer grosser Beliebtheit. Die Teilnehmerzahl pro Anlass vergrösserte sich auf durchschnittlich 30 oder 54 % aller Mitglieder. Dies ist darauf zurückzuführen, dass auch dieses Jahr ein Anlass weniger durchgeführt wurde. Wir suchen noch immer nach neuen Mitgliedern, natürlich solche, welche dann auch regelmässig an unseren Anlässen teilnehmen können. Der weiterhin als Degustation durchgeführte Stamm, mit Einladung, fand auch im Jahr 2009 statt und ist nach wie vor sehr geschätzt.


Jahresrechnung
Die Jahresrechnung schloss 2009 mit einem Gewinn von Franken 146.40. Das Gesamtvermögen beträgt jetzt Franken 4'407.30. Dies vor allem, weil auch dieses Jahr kein Ausflug organisiert wurde. Dieser wird normalerweise durch die Vereinskasse gesponsort.


Genehmigung der Anlässe 2010
Das Programm 2010 wurde von den insgesamt 40 Teilnehmern der Hauptversammlung und der anschliessenden Degustation ohne Gegenstimme bewilligt und sieht im Detail mit gesamthaft gesehen noch total 6 Anlässen wie folgt aus :

Samstag, 13. März 2010, Hauptversammlung, Burgunder /andere Pinot Noir, Hotel Le Grand Chalet

Samstag, 01. Mai 2010, Kongress/Delegiertenversammlung Schweizerische Weinfreunde, Epesses

Samstag, 26. Juni 2010, Italien/Apulien, Conte Onofrio Spagnoletti Zeuli, Palace Hotel Gstaad

Samstag, 18. September 2010, Soirée Wine & Dîne, Roberth Speth, Restaurant Chesery Gstaad

Samstag, 04. Dezember 2010, Schweiz/Wallis, Philippe Darioli, Martigny, Hotel Spitzhorn Saanen

Samstag, 12. März 2011, Hauptversammlung, Glückliches Oesterreich, Hotel Le Grand Chalet Gstaad


Umfragen
Auf unsere Umfrage betreffend einer Reise, haben sich nur 9 Mitglieder geäussert, d.h. 3 Nein und 6 Ja. Wir verzichten auch für das 2010 auf eine Durchführung, auch auf einen Ausflug in der Schweiz.

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Nach der Versammlung konnten die Teilnehmer mit dem Nachtessen und der Degustation beginnen und sie führt uns heute ins

Burgund

Burgund - das ist geschichtsträchtige Landschaft, das sind römische Denkmäler, Schlösser, Kirchen im romanischen und gotischen Stil. Bauten aus der Glanzzeit der Burgunderherzöge. Burgund - das ist aber auch Wein.

Wein der Dank seines Wesens Brücken schlägt zu Begriffen wie Barock, Louis XIV, einem späten Beethoven. Diese Kombination von Historie und Wein hat gewiss dazu beigetragen, aus dem Burgund das neben Bordeaux berühmteste Weinbaugebiet der Welt zu machen. Burgund war schon Weinland, bevor das Christentum Einzug hielt. Das engere Weinbaugebiet umfasst als Herzstück die Côte d'Or mit der Côte de Beaune und der Côte de Nuits, im Süden anschliessend die Côte Chalonnaise und im Norden, als abgetrennte Insel, die Weisswein Region von Chablis. In diesen Rebgärten gedeihen vorwiegend auf Kalkböden der weisse Chardonnay und der rote Pinot Noir. Zur Bourgogne viticole gehören auch das Mâconnais und - quasi vor den Toren Lyons - das Beaujolais, wo der Gamay herrscht.

Burgunder bedeutet vielfach Weine voller Charme, samtiger Fülle und Kraft. Eine solche Assoziation begünstigte während langer Zeit auch die Ueberbetonung dieser positiven Eigenschaften, und so wurde Burgunder in manchen Ländern Synonym für dunklen, schweren, manchmal fast süsslichen Rotwein. Dabei ist ein echtes Pinot-Noir-Gewächs von seinem Charakter her elegant und subtil. Seit einigen Jahren nun fällt auf, dass im Burgund mit dem Generationenwechsel auch bezüglich Qualitätsbewusstsein ein Wandel stattgefunden hat. der eben die Originalität der Rebsorte in den Vordergrund stellt. Dieses Gedankengut gewinnt aber erst nach und nach seine Anhänger, weshalb sich zwei Bemerkungen aufdrängen: Deutlicher als im Bordelais tritt im Burgund innerhalb des Jahrganges die Qualitätsdifferenz von Weingut zu Weingut hervor, dies weil der Pinot Noir unter schwierigen Bedingungen sensibel reagiert und sowohl im Weingarten (Reb- und Bodenpflege, Ertragsbeschränkung usw) als auch im Keller (Dauer der Gärung, Einsatz neuer Eichen PIècen usw.) entsprechend kompetent behandelt werden will.


Burgundisches Angebotsdickicht

Auf den Spitzengütern im Burgund gelten heute die gleichen strengen Qualitätsmassstäbe wie im Bordelais. Man scheut sich nicht mehr, bei der Selektion während der Lese und im Keller die Erträge massiv zu reduzieren, um nur noch jenes Rohmaterial zu verwenden, das den Charakter des Pinot Noir und der Böden am besten wiedergibt. Diese Burgunder bieten schon jung ein grosses Trinkvergnügen.

Es ist nicht ganz einfach, sich im burgundischen Angebotsdickicht zurechtzufinden. Wohl besteht in dieser Region eine offizielle Klassifikation, sie ist jedoch weniger Qualitätsgarantie als grober Raster, und sie bestätigt auf der Etikette nur, dass ein Wein von einer exakt umgrenzten Lage herkommt. Der Grund dafür liegt in der starken Zerstückelung des Rebbergbesitzes. Oft teilen sich mehrere Eigentümer eine Lage. Jeder keltert und pflegt den Wein auf seine Art. Eine Einheitlichkeit ist da kaum möglich, und dennoch steht bei allen auf der Etikette die gleiche Lagenbezeichnung.

Anders als im Bordelais, wo die Nennung des Gewächses für den Käufer eine gewisse Sicherheit bietet, ist im Burgund in erster Linie der Name des Produzenten entscheidend. Die Klassifikation kennt folgende Stufen:


Grand Cru, d.h. der alleinstehende Lagename.(Chambertin)

Premier Cru, d.h. Ortsnamen und danach die Lagenbezeichnung (Savigny-les-Beaune Aux Vergelesses).

Appellation Communale , d.h. der Name der Gemeinde (Nuits St. Georges. Appellation régionale (Dörfer, welche nicht das Recht haben, den Gemeindenamen im Etikett zu führen) und

Appellation générique (in der ganzen Region Burgund, entweder 51 % Pinot Noir/Gamay Verschnitt oder 100 % Pinot Noir.

Die letzten zwei Stufen umfassen meist einfache, rasch trinkbare Tischweine ohne die Substanz und Tiefe der oberen Kategorien.

Pinot Noir ist die grosse Burgundertraube der Côte d'Or. Sie hat in Bukett, Geschmack und Fülle nicht ihresgleichen. Sie gedeiht anderswo nicht ganz so gut; erbringt in Deutschland, der Schweiz und Oesterreich (als Spät- oder Blauburgunder), aber auch in Ungarn, leichte, fruchtige, edle und elegante, aber auch kraftvolle, beerige Weine. Ausgezeichnete Ergebnisse gibt es neuerdings auch aus Kalifornien, Australien und Neuseeland.

Herren Pedro Fereira, Pat Meyer und Georg Fromm

Wiederum führte uns Pedro Fereira, grosser Weinkenner und einer der verantwortlichen Leiter des Hotels Le Grand Chalet und deren Restaurant, fachgerecht durch die Degustation mit Nachtessen. Diese Jahr hatte er Hilfe von den Herren Pat Meyer, Siebe Dupf Kellerei, Liestal (Spezialist für Burgunderweine) und Georg Fromm, Weinbauer aus Malans und Neuseeland. Um die Unterschiede der verschiedenen Pinot Noir Produktionen bei den Weinfreunden beliebt zu machen, zeigten wir am heutigen Abend einen Vergleich zwischen Burgunder und anderen Pinot Noirs, welche wie üblich mit den angebotenen kulinarischen Köstlichkeiten übereinstimmen mussten. Die gewählte Zusammenstellung beinhaltete einfach wiederum das Beste vom Besten in der jeweiligen Kategorie.

Die Weine passten ausgezeichnet zum Essen und so konnten wir folgende Speisenfolge mit den entsprechenden Weinen degustieren:

Zum Apéritif, welches im Restaurant "Le Grand Cru" stattfand, erhielten wir bereits viel Gesprächsstoff. Es wurden uns zwei komplett verschiedene Weine aus der Chardonnay Traube vorgestellt. Beide kommen von Georg Fromm als Produzent, einer aus Malans/Schweiz und der andere aus Neuseeland. Chardonnay ist die Weissweintraube im Burgund, gedeiht aber in anderen Regionen ebenfalls sehr gut.


Wein und Speisen


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Zu den Amuse Bouches " La Bagatelle " einen Pinot Noir Spätlese, Aagne, der Familie Gysel aus Hallau (Schweiz)

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Dann Mille feuilles de morilles et asperges vertes mit einem Nuits St. Georges von David Duband, Chevannes.(Burgund, Frankreich)

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Anschliessend zu Jambonette de caille au foie gras d'oie et ravioles de ris de veau je einen Volnay, 1er Cru, Clos des Chênes von Jean-Marc Bouley aus Volnay (Burgund/Frankreich) und einen Pinot Noir von Paul Achs, aus Gols (Burgenland, Oesterreich)

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Die Hauptspeise Entrecôte Charolais entière rôtie à la Bourguignonne servierte man uns einen Chambolle Musigny, 1er Cru Les Charmes von Christian Clerget aus Vougeot (BurgundFrankreich). Dazu degustierten wir einen Malanser Pinot Noir, Barrique von Georg Fromm aus Malans (Schweiz).

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Zur Variation de fromages affinés erhielten wir einen Pinot Noir Clayvin, La Strada, von Georg Fromm aus Neuseeland.

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Das Dessert, Macaron glacé au chocolat noir " Araguani " et cassis, bescherte uns den heutigen Kultwein aus Pinot Noir, " Der Mattmann ", von Thomas Mattmann aus dem Churer Rheintal (Schweiz).

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Hier finden Sie Details zu den degustierten Weinen


und hier zum Anlass in Bildern

weitere Bilder zum Menu

Dieser Abend hat aufgegezeigt, dass Burgunder und Pinot Noir heute nicht mehr einfach wie Spitzenwein und Regionalwein zu bezeichnen sind. Beide finden heute ihren Platz bei den Weinliebhabern. Der Burgunder ist heute meistens elegant und subtil und den Pinot Noir könnte man als fruchtig und edel bezeichnen.

Wir haben heute versucht, den Weinfreunden ein wenig die verschiedenen, kleinen Unterschiede der einzelnen Weine aufzuzeigen. Nun, das ist uns wiederum ausgezeichnet gelungen. Alle Teilnehmer waren einmal mehr begeistert und überrascht von den überaus hochqualifizierten Weinen, welche uns auch heute dargeboten wurden. Und dies wie üblich zusammen mit einem Menu von höchster Qualität, d.h. auf sehr hochstehendem Niveau. Hiermit danken wir Herrn Pedro Fereira, den beiden Spezialisten, Pat Meyer und Georg Fromm, sowie allen Mitarbeitern des Hotels Le Grand Chalet für ihren anhaltenden, grosszügigen und sehr geschätzten Einsatz an diesem Abend.




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© 2010 Hans Liechti