Weinfreunde Gstaad-Saanenland




Hauptversammlung vom Samstag, 16. März 2013, Hotel Le Grand Chalet
Degustation Frankreich/Burgund mit Siebe Dupf Weine


* * * * * * * * * * * * *

Auch dieses Jahr konnte der Präsident Hans Liechti am 16. März 2013 die Hauptversammlung der Weinfreunde Gstaad-Saanenland durchführen.


Mitglieder
Im Bericht des Präsidenten sahen wir eine Zunahme bei der Anzahl unserer Mitglieder, nämlich wieder -52-, bei 1 Austritt und 6 Eintritten insgesamt. Die Anlässe der Weinfreunde erfreuen sich weiterhin grosser Beliebtheit. Die effektive Teilnehmerzahl pro Anlass erhöhte sich auf durchschnittlich -31- oder 60 % aller heute bestehenden Mitglieder.
Auch dieses Jahr waren insgesamt fünf Anlässe auf dem Programm. Wir suchen auch in Zukunft immer noch nach neuen Mitgliedern, wenn möglich solche, welche dann auch regelmässig an unseren Anlässen teilnehmen können. Der weiterhin als Degustation durchgeführte Stamm, mit Einladung, fand auch im Jahr 2012 statt und wird in diesem Sinne weitergeführt.


Jahresrechnung
Die Jahresrechnung schloss 2013 mit einem Gewinn von Franken 17.65. Das Vermögen beträgt jetzt Franken 4'713.85. Auch im Berichtsjahr wurde kein Ausflug durchgeführt. Dieser wird in der Regel durch die Vereinskasse gesponsort.


Genehmigung der Anlässe 2013
Das Programm 2013 wurde von den insgesamt 29 Teilnehmern der Hauptversammlung und der anschliessenden Degustation ohne Gegenstimme bewilligt und sieht im Detail mit insgesamt sechs Anlässen wie folgt aus:


Samstag, 16. März 2013
Hauptversammlung, Burgund mit Siebe Dupf Weine, Le Grand Chalet

Sonntag, 9. Juni 2013
Delegiertenversammlung Schweizerische Weinfreunde, Sierre/Wallis

Samstag, 29. Juni 2013
Italien/Toskana, Brunello di Montalcino, Stamm/Degustation, Palace Hotel

Samstag, 21. September 2013
Soirée Wine & Dîne, Roberth Speth, Restaurant Chesery Gstaad

Samstag, 7. Dezember 2013
Ueberraschung, Details folgen, Stamm/Degustation, Vinoteca Schönried

Samstag, 15. März 2014
Hauptversammlung, Südfrankreich/Rhônetal, Languedoc, Le Grand Chalet



Einladungen via E-Mail
Ueber 40 Mitglieder lassen sich heute via E-Mail einladen. Leider muss immer noch ein Viertel (25 %) unserer Mitglieder per Brief angeschrieben werden.


Ausflüge
Auch im Jahre 2013 wird kein Ausflug durchgeführt. Es ist sehr schwierig ein geeignetes Datum zu finden, an welchem etwa 20 Mitglieder teilnehmen können.


* * * * * * * * * * * * *


Nach der Versammlung konnten die Teilnehmer mit dem Nachtessen und der Degustation beginnen.



Burgund ein Jahrtausend altes Weinbaugebiet

Gemäss dem Bureau Interprofessionel des Vin des Bourgogne in Beaune besitzt das Burgund eine einzigartige Lage mit dem Aufeinandertreffen von mediterranen Einflüssen im Süden, kontinentalen Einflüssen im Norden und ozeanischen Einflüssen im Westen. Diese geografische Lage des Weinbaugebiets verleiht den Weinen des Burgunds eine einzigartige Identität und ist gleichzeitig das bevorzugte Entfaltungsgebiet der Rebsorten Spätburgunder (Pinot Noir) und Chardonnay. Das Weinbaugebiet des Burgund erstreckt sich ungefähr 230 km von Norden nach Süden, besitzt 27600 Hektar genutzte Reben, d.h. ca 3 % der französischen AOC-Weine, es werden jährlich ca 200 Millionen Flaschen produziert, also 0,3 % der weltweiten Weinproduktion. Burgund heisst auch 2000 Jahre der Schaffung eines Terroirs. Ein Jahrtausend altes Weinbaugebiet, das seine Tradition und sein Wissen pflegt. Im 15. Jahrhundert machen die Herzöge von Burgund die Weine in Frankreich und Europa bekannt. 1936 wurde die erste kontrollierte Herkunftsbezeichnung (AOC) geschaffen. 2010 gibt es 3800 Weingüter, 250 Weinhändler sowie 25 Genossenschaften im Burgund. Burgunder sind grösstenteils reinsortige Weine die dieser Eigenschaft eine hohe Ausdruckskraft zu verdanken haben. Burgund bleibt die Referenz für charakterstarke Chardonnays und Pinot Noirs. Ein Teil der Burgunderweine geht aus anderen Rebsorten hervor, darunter vor allem Gamay (Beaujolais) oder Alligoté.


Grands Crus, Premiers Crus, Appellations Villages

Der Untergrund des Burgunds entstand vor 150 bis 180 Millionen Jahren und besteht zu einem grossen Teil aus Mergel und Kalkstein marinen Ursprungs aus dem Jura. Aus dem Kalkstein schöpfen die Wurzeln die Feinheit, den Reichtum und den mineralische Charakter der die Appellationen aus dem Burgund auszeichnet. Die Weine aus dem Burgund bestehen zu 60 % aus Weisswein, 31 % Rotwein, 8 % Crémant de Bourgogne und 1 % Rosé. Die Charaktervielfalt der Burgunder findet Ausdruck in den Appellationen. Alle Weine aus dem Burgund sind Weine mit geprüfter Herkunft (AOC) und zählen derzeit 100 Vertreter. Wir unterscheiden zwischen den Grands Crus (l,4 % der Gesamtproduktion) wie z.B. Charmes-Chambertin, Montrachet, dann die Premiers Crus (10,10 % der Gesamtproduktion) wie z.B. Volnay Premier Cru, Santenots, Chablis Premier Cru. Es folgen die Appelllations Villages d.h. 33,80 % der Gesamtproduktion, wie z.B. Mercurey oder Pouilly Fuissé. Die regionalen Appellationen überwiegen. 51,70 % der Gesamtproduktion sind dabei, wie z.B. einfach roter Burgunder mit dem Zusatz "Villages".


Das Stichwort heisst degustieren, ...

... um die Weine aus dem Burgund besser kennen zu lernen. Die aromatische Ausdruckskraft der Weine aus dem Burgund als Ergebnis einer einzigartigen Zusammenwirkung zwischen Terroirs, Klima, Rebsorten und dem Wissen der Menschen ist unvergleichlich und unnachahmlich. Rote wie auch weisse Burgunder heben sich ganz allgemein durch die ausserordentliche Feinheit und Eleganz der Aromen ab, die lieber durch Subtilität als durch Stärke auffallen. Ihr Reichtum an Aromen, bemerkenswerte Ausgewogenheit, Frische und das erstaunliche Verhalten an Zunge und Gaumen machen Burgunder zu schönen Weinen, die man gerne teilt. Das Weinbaugebiet Burgund bringt einzigartige, sinnliche Weine hervor, deren aromatischen und geschmacklichen Merkmale von einer ausserordentlichen Vielfalt geprägt sind. Dank dieser Vielfalt sind Burgunder die passende Begleitung grosser Augenblicke und aller Momente des Beisammenseins mit Freunden. Das Oeffnen eines Burgunders ist der erste Moment des Genusses, gleich einer Geschichte, die ihren Anfang nimmt. Das Degustieren bringt intensiven, unvergesslichen Genuss und unvergessliche Erinnerungen.


Siebe-Dupf Kellerei mit Patrick Meier und Simon Hess

Heute Abend führte uns Pedro Fereira, Gastgeber und Weinexperte im Geniesserhotel Le Grand Chalet, zusammen mit Patrick Meier, Verwaltungsrat der Siebe-Dupf Kellerei und verantwortlich für die Weine Burgunds, durch den Abend. Aufgrund seiner 20-jährigen Ambassadeur-Tätigkeit für das Burgund ist er kürzlich von der "Confrérie des Chevaliers du Tastevin" zum Chevalier geschlagen worden. Vor einigen Jahren erzielte er an den Schweizermeisterschaften im Weindegustieren den dritten Platz. Er gehört zum Degustationsteam der Fachzeitschrift "Bourgogne Aujourd'hui" und gilt als profunder Kenner der burgundischen Weinszene. Als Referent gewinnen konnten wir ebenfalls Simon Hess. Er arbeitet zur Zeit für "Siebe Dupf Weine" in Liestal im Verkaufs-Team und ist vor allem zuständig für das Saanenland. Er ist uns bekannt als ehemaliger Sommelier im Grand Hotel Bellevue, Gstaad, wo er für die Weinfreunde Gstaad-Saanenland ebenfalls schon tätig war. Er präsentierte uns vor allem die sehr berühmten Weissweine des Burgund, alle aus 100 % Chardonnay-Trauben gewonnen.


Eine Palette von 7 fantastischen Burgundern

Wie immer versuchten wir an diesem Abend eine Palette von sieben der sehr bekannten und qualitativ hochstehenden, fantastischen Weine aus dem ganzen Burgund wie z.B. Bourgogne Chardonnay, Rully Cailloux, Chassagne-Montrachet, Chambolle-Musigny, Morey-St.Denis Clos des Lambrays, Gevrey-Chambertin oder Nuits-Saint-Georges. Alle diese Weine bestehen zu 100 % Prozent entweder aus Chardonnay oder Pinot Noir Trauben. Im Burgund kommt es vor allem auf den Weinbauer drauf an, wie hoch die Qualität seines Weines ist. Die grössten Produzenten besitzen nicht mehr als 15 Hektaren ingesamt. Siehe auch unseren Beschrieb der degustierten Weine am Ende dieses Berichtes.

Die zu den verschiedenen Weinen servierten kulinarischen Köstlichkeiten waren wie immer ganz genau aufeinander abgestimmt. So wurde z.B. beim Fisch die Sauce relativ stark mit Rahm belegt, damit diese auch wirklich den hervorragenden Geschmack des dazu degustierten Chassagne-Montrachet absolut richtig zum Ausdruck bringen konnte. Beides war köstlich und harmonierte ausgezeichnet zusammen.

Nun konnten die Weinfreunde folgende Speisenfolge mit den entsprechenden Weinen degustieren:



***

Das Apéritif, wurde wie schon üblich im Entrée des Hotels serviert. Auch dieses Jahr durften die Weinfreunde in der südseitig angebauten Verandah die grandiose Aussicht geniessen. Der Gesprächsstoff fehlte nicht, hat uns doch Franz Rosskogler eine wunderschöne und amüsante Geschichte mit dem Titel "Der Essig der Milliardäre" über überteuerte Weinpreise und Fälschungen bei Auktionen mit Weinen, welche gar nie produziert wurden, erzählt.

***

Als Amuse bouche genossen wir eine "Gougère au fromage" hohles Käsebrötchen zusammen mit einer kalten Hummersuppe, dies mit einem Rully Cailloux von Pierre Y. Colin-Morey, Jahrgang 2011.

***

Zum Filet de sandre braiseé à l'oseille einen Chassagne-Montrachet, Domaine Bernard Moreau et fils, Jahrgang 2010.

***

Dann kam einer der Höhepunkte des Abends, das Œuf de poule fermier poché en meurette zusammen mit dem ersten Rotwein, einem Chambolle-Musigny von Ghislaine Barthod, Jahrgang 2007.

Hier möchte ich mit einem Kompliment an die Küche, unter Leitung des Chefkochs Steve Willié, anfangen. Wissen Sie wie man ein sogenanntes "Oeuf poché" zubereitet? Dies ist eine Methode, das Ei ohne die Schale zu kochen, z.B. in einem Plastiksack, serviert muss es allerdings dann wieder fest sein, mit dem Weiss aussen und dem Eigelb, immer noch leicht flüssig. Dazu eine Rotwein-Zwiebel Sauce (en meurette) Das Ganze ist eine ausgesprochene Spezialität aus dem Burgund. Die Equipe der Küche hat eine ausgezeichnete Arbeit geleistet, wenn auch manchem wohl der Geschmack der Sauce etwas ungewöhnlich vorkam, da das gekochte Wasser mit Essig angereichert ist, wenn das Ei vorbereitet wird.

***

Die Hauptspeise bestand heute Abend aus "Côte de Boeuf à la Bourguignonne. Der passende Wein dazu war ein Morey-St. Denis, Les Loups, 1er Cru Clos des Lambrays, Jahrgang 2007. Wahrlich alles wiederum ein echter Gaumenschmaus. Er ist der Inbegriff eines kräftigen und rassigen Rotweins.

***

Ein wenig Käse darf im Burgund nicht fehlen. So durften wir je ein Stück Epoisses, den Brillat und den Savarin mit einem Gevrey-Chambertin von Dujac Fils et Père, Jahrgang 2009 geniessen.

***

Das Dessert bestand aus einer letzten Burgunder Spezialität, einer Coque meringue cassis et son sorbet. Dazu wiederum einen Rotwein, nämlich den Nuit-Saint-Georges von David Duband, Jahrgang 2009. Wiederum ein grösseres Wagnis, wenn zum Dessert ein trockener Rotwein serviert wird. Heute allerdings passte der gereichte Tropfen ausgezeichnet.

***



Nach den Bordeaux Weinen von 2012 konnten wir den Weinfreunden die grosse Weinkultur in Frankreich wieder etwas näher bringen, Ich glaube, mit dem Burgunder ist uns das gelungen. Der heutige Anlass hat hoffentlich viele dazu gebracht, auch die Burgunder langsam zu lieben. Die degustierten Weine gefielen den Weinfreunden wiederum sehr gut und ich hoffe, dass manch einer, langsam aber sicher, auch einen Burgunder zu sich in den Weinkeller legen wird. Mir persönlich gefallen diese Weine immer besser. Alle Teilnehmer waren begeistert vom Gebotenen. Menu und Weine waren faszinierend. Dazu die einmalig schöne Atmosphäre auf der neuen Verandah. Gerne möchte man sofort wieder ins Hotel Le Grand Chalet zurückkehren.


Herzlichen Dank an alle Beteiligten

Wir haben auch an diesem Anlass sehr ausgezeichnete Weine zum Probieren erhalten. Deshalb möchten wir uns natürlich noch bei den Verantwortlichen des Hotels herzlich bedanken. SpezielI Herrn Pedro Fereira, für seine Gastfreundschaft, dann aber auch den beiden Referenten, Patrick Meyer und Simon Hess für ihre professionellen Ausführungen, welche unsererseits auf ein sehr grosses Echo gestossen sind. Vielen Dank natürlich auch an den Küchenchef Steve Willié und seinem Team. Und nicht zuletzt natürlich einen starken Applaus für alle Mitarbeiter, welche dank ihrem grossartigen Einsatz für einen gelungenen Abend der Weinfreunde gesorgt haben.





Hier finden Sie Details zu den degustierten Weinen


Bilder des Abends




zurück  

© 2013 Hans Liechti